Flyer
Schon wieder Proteste?
Was soll denn das?
Habt ihr StudentInnen denn gar nix zu tun?
Probleme
Wir haben Angst vor dem drohenden Kollaps des Lehr- und Forschungsbetriebes durch die Kombination aus massiv anwachsenden Studierendenzahlen und zuwenig Lehrbudget
Wir kritisieren strukturelle Mängel in Lehre und Forschung; zuwenig finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen sind vorhanden.
Uns stört, dass uns der finanzielle Hahn abgedreht (bzw. nie aufgedreht!) wurde
Das Verhältnis von 2.000 Studierende auf einen einzigen Ordinarius, der derzeit sogar auf Forschungsfreisemester ist, ist an der Universität Wien „einzigartig“.
SPL’s und Sekretariat sind ständig überlastet, was zu sehr langen Wartezeiten bei Prüfungsbenotungen und vielen anderen Problemen für Studierende führt.
(unsere) Forderungen
- mehr Geld für Forschung und Lehre!
- zusätzliche Professuren
- mehr administratives Personal
- (mehr finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen)
Drohender Kollaps des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie
Verhältnis - Angebot & Nachfrage in der Lehre
Einen Einblick in die schlechte Situation der Kultur- und Sozialanthropologie und generell der Sozialwissenschaften liefert der derzeitige Entwurf des Entwicklungsplanes der Universität Wien (April 05). Eine Grafik darin zeigt das Verhältnis zwischen tatsächlich abgeprüften Wochenstunden und insgesamt in Lehrveranstaltungen angebotenen Wochenstunden. Daraus ist ersichtlich, dass dieses Verhältnis an der Kultur- und Sozialanthropologie gemeinsam mit den klassischen universitätspolitschen Problemfächern (Publizistik, Psychologie) das schlechteste an der Universität ist. Auf knapp 9.000 geprüfte Wochenstunden kommen nur 120 Wochenstunden an Lehrveranstaltungsangebot. Bei der Mathematik, die sich im Mittelfeld dieses Rankings befindet, ist das Verhältnis bereits vier mal besser.*
Personelle Mängel
Der gesamte Institutsbetrieb wird derzeit durch den 8-köpfigen Mittelbau, das 6-köpfige administrative Personal und viele externen LektorInnen ohne festem Dienstverhältnis aufrechterhalten. Kommen an der Universität Wien durchschnittlich auf eine Professur zwischen 140 und 150 Studierenden, stehen demgegenüber die über 2.000 Studierenden der Kultur- und Sozialanthropologie derzeit ohne ordentliche Professur da, weil sich der Ordinarius auf Forschungsfreisemester befindet. Die Nachbesetzung des zweiten Lehrstuhls (Nachfolge Wernhart) ist derzeit aufgrund träger Nachbesetzungspolitik des Rektorates noch nicht absehbar. Selbst danach würde das Verhältnis zwischen Professuren und Studierenden der Kultur- und Sozialanthropologie immer noch nur bei etwa 1:1000 liegen.
Situation an der gesamten Fakultät prekär
An der gesamten Fakultät für Sozialwissenschaften sieht die Situation kaum besser aus. Selbst unter Rücksichtnahme auf die in Verhandlung befindlichen Professuren kommt auf fast ein Viertel der gesamtuniversitär 60.000 Studierenden nur ein Bruchteil der bestehenden sozialwissenschaftlichen Professuren: Von gesamtuniversitär über 400 sind es lediglich 24. Im Verhältnis von angebotenen und abgeprüften Lehrveranstaltungen sind Kultur- und Sozialanthropologie und Publizistik da zwar negative Spitzenreiter, werden aber dicht verfolgt von der Politikwissenschaft und Soziologie.
Protestaktion am Freitag, 24. Juni 2005
Ort:
Institut für Kultur- & Sozialanthropologie, Neues Institutsgebäude
der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock
Zeit:
13:30: „aktionistisch-kulinar(r)ische Mobilisierungsaktion“
14:30: studentische Rettung der Lehrenden / symbolischer Kollaps
