Thursday, June 23, 2005

Flyer

Schon wieder Proteste?

Was soll denn das?

Habt ihr StudentInnen denn gar nix zu tun?

Probleme

Wir haben Angst vor dem drohenden Kollaps des Lehr- und Forschungsbetriebes durch die Kombination aus massiv anwachsenden Studierendenzahlen und zuwenig Lehrbudget

Wir kritisieren strukturelle Mängel in Lehre und Forschung; zuwenig finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen sind vorhanden.

Uns stört, dass uns der finanzielle Hahn abgedreht (bzw. nie aufgedreht!) wurde

Das Verhältnis von 2.000 Studierende auf einen einzigen Ordinarius, der derzeit sogar auf Forschungsfreisemester ist, ist an der Universität Wien „einzigartig“.

SPL’s und Sekretariat sind ständig überlastet, was zu sehr langen Wartezeiten bei Prüfungsbenotungen und vielen anderen Problemen für Studierende führt.

(unsere) Forderungen

  • mehr Geld für Forschung und Lehre!

  • zusätzliche Professuren

  • mehr administratives Personal

  • (mehr finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen)

Drohender Kollaps des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie

Verhältnis - Angebot & Nachfrage in der Lehre

Einen Einblick in die schlechte Situation der Kultur- und Sozialanthropologie und generell der Sozialwissenschaften liefert der derzeitige Entwurf des Entwicklungsplanes der Universität Wien (April 05). Eine Grafik darin zeigt das Verhältnis zwischen tatsächlich abgeprüften Wochenstunden und insgesamt in Lehrveranstaltungen angebotenen Wochenstunden. Daraus ist ersichtlich, dass dieses Verhältnis an der Kultur- und Sozialanthropologie gemeinsam mit den klassischen universitätspolitschen Problemfächern (Publizistik, Psychologie) das schlechteste an der Universität ist. Auf knapp 9.000 geprüfte Wochenstunden kommen nur 120 Wochenstunden an Lehrveranstaltungsangebot. Bei der Mathematik, die sich im Mittelfeld dieses Rankings befindet, ist das Verhältnis bereits vier mal besser.*

Personelle Mängel

Der gesamte Institutsbetrieb wird derzeit durch den 8-köpfigen Mittelbau, das 6-köpfige administrative Personal und viele externen LektorInnen ohne festem Dienstverhältnis aufrechterhalten. Kommen an der Universität Wien durchschnittlich auf eine Professur zwischen 140 und 150 Studierenden, stehen demgegenüber die über 2.000 Studierenden der Kultur- und Sozialanthropologie derzeit ohne ordentliche Professur da, weil sich der Ordinarius auf Forschungsfreisemester befindet. Die Nachbesetzung des zweiten Lehrstuhls (Nachfolge Wernhart) ist derzeit aufgrund träger Nachbesetzungspolitik des Rektorates noch nicht absehbar. Selbst danach würde das Verhältnis zwischen Professuren und Studierenden der Kultur- und Sozialanthropologie immer noch nur bei etwa 1:1000 liegen.

Situation an der gesamten Fakultät prekär

An der gesamten Fakultät für Sozialwissenschaften sieht die Situation kaum besser aus. Selbst unter Rücksichtnahme auf die in Verhandlung befindlichen Professuren kommt auf fast ein Viertel der gesamtuniversitär 60.000 Studierenden nur ein Bruchteil der bestehenden sozialwissenschaftlichen Professuren: Von gesamtuniversitär über 400 sind es lediglich 24. Im Verhältnis von angebotenen und abgeprüften Lehrveranstaltungen sind Kultur- und Sozialanthropologie und Publizistik da zwar negative Spitzenreiter, werden aber dicht verfolgt von der Politikwissenschaft und Soziologie.

Protestaktion am Freitag, 24. Juni 2005

Ort:

Institut für Kultur- & Sozialanthropologie, Neues Institutsgebäude
der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock

Zeit:

13:30: „aktionistisch-kulinar(r)ische Mobilisierungsaktion“

14:30: studentische Rettung der Lehrenden / symbolischer Kollaps

Wednesday, June 22, 2005

Pressemitteilung

STUDENTISCHE PROTESTAKTIONEN: DROHENDER KOLLAPS DES INSTITUTES FÜR
KULTUR- & SOZIALANTHROPOLOGIE / UNIVERSITÄT WIEN

Ankündigung für Freitag, 24. Juni 2005, ab etwa 14:30 Uhr
Ort: Insitut für Kultur- & Sozialanthropologie, Neues Institutsgebäude
(NIG) der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsstraße 7, 4. Stock

Am Freitag, 24. Juni, finden am Institut der Kultur- &
Sozialanthropologie der Universität Wien Proteste der Studierenden in
Kooperation mit den restlichen Institutsmitgliedern statt. Der drohende
Kollaps des Lehr- & Forschungsbetriebes soll symbolisch mithilfe eines
gespielten Rettungseinsatzes - kollabierte ProfessorInnen werden auf
einer Rettungstrage aus dem Institut befördert - an die Öffentlichkeit
getragen werden.
Die Aktion findet im Rahmen der "Tage der Kultur- & Sozialanthropologie"
am Institut im vierten Stock des Neuen Institutsgebäudes (NIG), an der
Universität Wien statt.

Rückfragehinweis:

sulpicius@ycom.at
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WEITERE INFORMATIONEN / HINTERGRUND:
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Die noch amtierende Studienrichtungsvertretung, die zukünftige
Studienvertretung und die Institutsgruppe (= institutionalisierte Gruppe
engagierter Studierender) der Kultur- & Sozialanthropologie (ehemals
Ethnologie bzw. Völkerkunde, kurz: KSA) kündigt für kommenden Freitag,
24. Juni, eine an das Rektorat der Universität Wien und alle darüber
hinaus Verantwortlichen gerichtete Protestaktion im Rahmen der "Tage der
Kultur- & Sozialanthropologie" an. Die Unterstützung seitens anderer
Institutsmitglieder wurde bereits zugesagt.

Grund sind die für alle Mitglieder des Institutes unzumutbaren
strukturellen Mängel in Lehre und Forschung. Es wird befürchtet, dass
der bereits in den letzten Semestern nur aufgrund des außerordentlichen
Engagements der Institutsmitglieder provisorisch am Laufen gehaltene
Lehr- & Forschungsbetrieb in naher Zukunft zusammenbrechen könnte.

Ablauf der Protestaktionen:

Im Anschluß an die Eröffnungsrede der "Tage der Kultur- &
Sozialanthropologie" ist geplant kollabiertes Personal des
KSA-Institutes von als Sanitäter verkleideten Studierenden auf einer
Rettungstrage aus dem Institut zu tragen. Im Gegensatz zur üblichen
Floskel "Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!", soll
dieser Anlass genutzt werden um die Öffentlichkeit - genau im Gegenteil
dazu - zum Hersehen zu bringen. Im Rahmen dessen soll mit
Informationsblättern und Plakaten das tatsächliche Ausmaß der Probleme
vor Augen geführt werden.
Ziel der Aktionen ist eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der
verantwortlichen Stellen für die katastrophale Situation der
Sozialwissenschaften, insbesondere der KSA.

Bereits vor der Eröffnungsrede, etwa ab 13:30, soll es eine
Mobilisierungsaktion geben in dessen Rahmen aktionistisch mit
kulinarischen Aspekten über die Bedingungen am KSA-Institut aufgeklärt
und für die Proteste mobilisiert werden soll. Mittelpunkt der Proteste
bilden aber die Rettungsmaßnahmen für das kollabierte Institutspersonal.

HINTERGRÜNDE:

Angewachsene Studierendenzahlen:

Die Studierendenzahlen der KSA sind in den letzten Jahren massiv
angewachsen. Auf die mittlerweile über 2000 Studierenden kommt derzeit
nur eine einzige besetzte, ordentliche Professur (derzeit auf
Forschungs-Freisemester) und ein aufgrund träger Nachbesetzungspolitik
des Rektorates seit Jahren unbesetzter, grundsätzlich aber bestehender
und bereits seit längerem in Verhandlung befindlicher zweiter Posten.

Personelle Mängel:

Der gesamte Institutsbetrieb wird derzeit durch den achtköpfigen
Mittelbau, das sechsköpfige administrative Personal und einer großen
Zahl an externen LektorInnen ohne festem Anstellungsverhältnis aufrecht
erhalten. Während an der gesamten Universität Wien auf eine Professur
durchschnittlich zwischen zwischen 140 und 150 Studierende kommen,
stehen die über 2000 Studierenden der KSA derzeit ohne ordentlicher
Professur da. Erst ab Herbst steht wieder eine zur Verfügung. Die
Besetzung des zweiten Lehrstuhls ist derzeit noch nicht absehbar. Selbst
bei dessen Besetzung würde das zahlenmäßige Verhältnis zwischen
Professuren und Studierenden der KSA immer noch nur bei etwa 1:1000
liegen.

Verhältnis - Angebot & Nachfrage in der Lehre:

Einen weiteren Indikator für die schlechte Situation der KSA und
generell der Sozialwissenschaften liefert der derzeitige
Entwicklungsplanentwurf der Universität Wien vom April 2005: Darin wurde
vom Rektorat eine Graphik veröffentlicht die das Verhältnis zwischen den
tatsächlich abgeprüften Wochenstunden und den insgesamt in Form von
Lehrveranstaltungen angebotenen Wochenstunden der einzelnen
Studienprogrammleitungen illustriert.
Daraus wird ersichtlich, dass dieses Verhältnis an der KSA gemeinsam mit
den klassischen universitätspolitschen Problemfächern, wie etwa
Publizistik oder Psychologie, das schlechteste an der Universität ist.
Auf knapp 9000 geprüfte Wochenstunden kommen lediglich
Lehrveranstaltungen im Ausmaß von etwa 120 Wochenstunden. Die Mathematik
beipielsweise, mit etwas über 1000 Studierenden, kommt hingegen nur auf
ca. die Hälfte der geprüften Wochenstunden bei mehr als doppelt so
vielen angebotenen Wochenstunden wie bei der KSA. Die Mathematik
befindet sich bei diesem Verhältnis aber nur im besseren Mittelfeld.
(Da die exakten Zahlen vom Rektorat nicht veröffentlicht wurden, können
hier leider nur ungefähre, aus der Graphik abgelesene Zahlen angegeben
werden.)

Situation an der gesamten Fakultät prekär:

An der gesamten Fakultät für Sozialwissenschaften sieht die Situation
kaum besser aus. Selbst unter Rücksichtnahme auf die in Verhandlung
befindlichen Professuren kommt auf fast ein Viertel der
gesamtuniversitär 60.000 Studierenden nur ein Bruchteil der bestehenden
sozialwissenschaftlichen Professuren: Von gesamtuniversitär über 400
sind es lediglich 24. Im Verhältnis von angebotenen und abgeprüften
Lehrveranstaltungen sind KSA und Publizistik da zwar negative
Spitzenreiter, werden aber dicht verfolgt von der Politikwissenschaft
und der Soziologie.

MS

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LINKS:

Website des Institutes für KSA
Programm der "Tage der KSA"
Online-Forum d. Studierendenvertretung f. KSA